In den Sommermonaten 2010 verfolgten mich die Gedanken tagtäglich und es bedrĂĽckte mich der Gedanke, Menschen zu täuschen oder der Verantwortung, nebst so vielem, nicht gewachsen zu sein. Bat oft den hl. Josef, dass er mir Klar­heit schaffe. So war dann eines Tages ganz klar die Sicht oder Aufforderung, eine Laiengemeinschaft des hl. Josef zu grĂĽnden. UnverzĂĽglich setzte ich mich hin und schrieb die Satzungen nieder – Sinn und Zweck – es floss einfach, und ich traf unverzĂĽglich Vorbereitungen.

Auf den 19. September 2010 – Hochfest Nähr- und Pflege­vater JESU CHRISTI – setzte ich die GrĂĽndung fest.

Durch Flugblätter und mĂĽndliche Bekanntmachung kam die­ser Auftrag unter die Menschen. FĂĽr eine GrĂĽndung braucht es mindestens drei Personen. Meine Gedanken: „Wenn ich wenigstens vier oder fĂĽnf hätte, wäre ich schon zufrieden.” Mit 67 Anmeldungen war das fĂĽr mich offen­sichtlich das Wirken des hl. Josef.

Bis auf den heutigen Tag wächst die Gemeinschaft stete – jedoch nicht ohne vielerlei Widerstände, was wohl dazu­gehört und fĂĽr mich ein gutes Zeichen ist.

In dieser Situation und wie das Leben eben die Pflichten und Wege weist, habe ich später, als die jĂĽngeren Ge­schwis­ter erwachsen wurden, einen Beruf erlernt (Haus­pfle­ge) und geheiratet. GOTT schenkte uns vier Söhne. Aber auch etwas ganz anderes erwartete unsere Familie: GOTT berief meinen Gatten zum Priestertum. Neben meiner Mut­ter­aufgabe unterstĂĽtzte ich nun auch ihn in seinem neu­en Amt.

Am 15. August 1985 erhielt ich die Handkonsekration zur Spen­dung des Josefssegens. Es kam fĂĽr mich aus heiterem Himmel. Ich selber konnte es nicht begreifen, nicht fassen. Dachte oft: „Heiliger Josef, warum musst Du durch mich seg­nen? Du machst doch das allein viel besser.” NatĂĽrlich segnet der hl. Josef selber, ich lege einfach meine Hand in die seine. Ich fĂĽhle mich stets so schrecklich unwĂĽrdig.

Als mein Gatte Priester geworden war, habe ich ihm man­chmal gesagt, dass in mir immer wieder der Gedanke da ist, irgendwann einen Orden zu grĂĽnden. Er gab mir die Antwort: „Ich weiss.” Dann aber habe ich solche Gedanken wieder als Fantasterei abgetan. Wiederkehrend waren die Gedanken da und ich verdrängte sie wieder – jahrelang. In den Jahren 2008 bis 2010 fand ich keine Ruhe mehr. Habe öfters mit meinem Gatten darĂĽber gesprochen und mich gefragt, ob ich wohl noch normal sei. „O GOTT!”, sagte ich, „Wie soll das ge­schehen? Wenn das Dein Wille ist, dann musst Du mir das schon deutlich genug sagen – zu wissen geben.” Ich selber sah keinen Weg und fĂĽrchtete mich, dass ich mir das alles nur einbilde.

Meine Eltern waren mir stets ein Vorbild in der Verehrung des hl. Josef. Als Bergbauer hatte mein Vater oft einen längeren und beschwerlichen Weg, um zu seinem Vieh zu kommen. Meistens lag im März noch viel Schnee und kalt und gefroren war es auch. Da er den hl. Josef als Namenspatron hatte, wollte er diesem Heiligen zu seinem Festtag im Besonderen die Ehre geben und Freude bereiten. Mein Vater ging sehr frĂĽh morgens zu seinen Tieren, um danach nĂĽchtern 1½ Stun­den den beschwerlichen Weg zu gehen – erst den Berg hinunter ins Tal und danach auf der anderen Seite des Tales wieder hoch, um morgens um 7.00 Uhr in der Kirche zu sein. An diesem Festtag, der ihm so viel bedeutete, ging er zu den Sakramenten. Er hatte dann nach einer guten Stunde wieder denselben Heimweg. Ich dachte, was muss das fĂĽr ein ge­wal­tiger Heiliger sein, dass dem Vater so viel daran gele­gen war und er solche Strapazen auf sich nahm. Das hat mich schon als Kind so beeindruckt und ist mir tief im Herzen geblieben.

Mit 15, 16 Jahren wollte ich unbedingt in ein geschlossenes Kloster. Die Sehnsucht war so gross und ich sah keine Mög­lichkeit, da habe ich so oft im Verborgenen geweint. – Meine Mutter ist mit 41 Jahren (1951), 14 Tage nach der Geburt des neunten Kindes gestorben. Ich war 13 Jahre alt, zwei BrĂĽder und eine Schwester waren älter. Meine Schwes­ter und ich lernten sehr frĂĽh und sehr viel von der Mutter im Haushalt und auch Verantwortung zu ĂĽbernehmen. Nebst der Schule warteten viele Pflichten auf uns. Vater war uns ein Beispiel und er war ein Allrounder. Diese Jahre waren fĂĽr ihn unsäg­lich schwer.

Entstehung

GrĂĽndung am 19. September 2010, Fest des hl. Josef – Nähr- und Pflegevater JESU CHRISTI